Förderung

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Informieren Sie sich über Ihre Rechte!

Die Deutsche Umwelthilfe hat eine Website erstellt, auf der sich Infomationen zum rechtlichen Rahmen der EU-Luftreinhaltepolitik aufrufen lassen
Hier können sich interessierte Verbandsvertreterinnen und -vertreter, regionale Behörden und Kommunen aller europäischen Mitgliedsstaaten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger umfassend informieren.

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Lexikon der Luftschadstoffe

Foto: Valeska Zepp

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Schwefeldioxid

Schwefeldioxid (SO2) ist ein farbloses, stechend riechendes, wasserlösliches Gas. Es entsteht vor allem bei der Verbrennung schwefelhaltiger fossilen Energieträger wie Kohle und Erdöl. Mensch und Umwelt werden durch hohe SO2-Konzentrationen beeinträchtigt. Oxidationsprozesse führen zu saurem Regen, Ökosysteme werden nachhaltig geschädigt.

Noch vor wenigen Jahrzehnten litten das westdeutsche Ruhrgebiet und die ostdeutsche Region um Leipzig unter einer ständigen Schwefeldioxid-Belastung. Eine große Zahl von Kohlekraftwerken auf engstem Raum hatte eine bis dahin ungeahnte Luftverschmutzung zur Folge. Unzählige Schornsteine stießen fortwährend Ruß und Rauch aus. Der dort niedergehende saure Regen schädigte Gebäude und Materialien und hatte ein großflächiges Waldsterben zur Folge. In der Atmosphäre aus Schwefeldioxid entstehende Sulfatpartikel trugen außerdem zur Belastung mit Feinstaub bei.

Die noch vor einigen Jahrzehnten starke Verschmutzung der Luft in Deutschland durch Schwefeldioxid ist sehr stark zurückgegangen. Die Einführung von Rauchgasentschwefelungsanlagen und der Einsatz schwefelarmer Treibstoffe haben entscheidend zur Verbesserung der Luftqualität beigetragen.

Schwefeloxide

Als Schwefeloxide (allgemeine Formel SxOy) bezeichnet man die chemische Verbindung von Schwefel und Sauerstoff.

Schwefeloxide entstehen bei der Verbrennung von Schwefel und schwefelhaltigen Brennstoffen, beispielsweise Kohle, Benzin, Diesel oder Heizöl, aber auch aufgrund von natürlichen Vorgängen, unter anderem bei Vulkanausbrüchen.

Schwefel bildet bei Verbrennungsvorgängen vor allem zwei Oxide: Schwefeldioxid (SO2) und in geringeren Mengen Schwefeltrioxid (SO3) – siehe auch Schwefeldioxid. Die Gase 

Aus Schwefeldioxid entsteht die unbeständige schweflige Säure, aus Schwefeltrioxid ensteht Schwefelsäure. Beide Säuren spielen unter anderem bei der Versauerung von Seen durch sauren Regen und beim Waldsterben eine Rolle. Auch in gasförmigen Zustand sind die Schwefeloxide giftig.

Staub

Staub oder Schwebstaub ist das, was wir mit bloßem Auge in Form von einer feinen Schicht auf Oberflächen oder als Wollmäuse unter dem Sofa sehen können. Je nach Partikelgröße oder nach der Staubart wird er unterteilt. Staubteilchen können aus organischem Material wie Blütenpollen, Bakterien oder Pilzsporen bestehen oder aus anorganischen Materialien wie Gesteinsstaub, Wüstensand oder Abrieb bestehen. Unser Hausstaub besteht aus einer Mischung aus beidem.

Gesundheitlich können Bestandteile des Staubs Allergien auslösen (Hausstaubmilben, Pollen). Gelangen grobe Schwebstaubpartikel in unser Atemsystem, können sie durch Mechanismen wie Niesen oder Husten wieder nach Draußen befördert werden.

Feinstaub hingegen, dessen Partikel kleiner als 10 Mikrometer sind, können die Gesundheit massiv beeinträchtigen.

Stickstoff

Etwa 50 Prozent des Stickstoffvorrats der Erde befinden sich als gasförmige Stickstoffverbindungen in der Atmosphäre. Mehr als 99 Prozent davon nimmt der reaktionsträge elementare Stickstoff ein.

Im Unterschied dazu geht reaktiver Stickstoff vielfältige Bindungen mit organischen und anorganischen Stoffen ein und ist in der Lage, sich von einer Form in eine andere umzuwandeln. Besonders umweltrelevante Formen des reaktiven Stickstoffs sind die Gase Ammoniak (NH3), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2), Lachgas (N2O) sowie Ammonium (NH4+) und Nitrat (NO3-), die gelöst und in Feinstäuben auftreten.

Die wichtigsten Quellen des reaktiven Stickstoffs sind die Verbrennung fossiler Energieträger und die damit verbundene Emission von Stickstoffoxiden, die Synthese von Ammoniak aus der Düngemittelproduktion und -verwendung in der Landwirtschaft.

Gelangt reaktiver Stickstoff in zu großen Mengen in die Umwelt, wird er zu einem Schadstoffe für den Menschen und stört die Ökosysteme empfindlich: Böden versauern, erhöhte Nitratwerte gefährden das Trinkwasser, Lachgas verschärft den Klimawandel. Gasförmige Stickstoffverbindungen schädigen die Atemwege und sind Vorläuferstoffe von bodennahem Ozon und Feinstäuben, weitere Risiken für die menschliche Gesundheit.

Stickstoffdioxid

Stickstoffdioxid (NO2) gehört zu den Stickstoffoxiden, also Verbindungen von Stickstoff und Sauerstoff, die vor allem bei der Verbrennung von Benzin und Diesel im Straßenverkehr entstehen (siehe auch Stickoxide). NO2 gilt als das gesundheitsgefährdendste Stickoxid. 

Stickstoffoxide

Stickstoffoxide (NOx) sind eine Sammelbezeichnung für verschiedene gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind. Vereinfacht werden nur die beiden wichtigsten Verbindungen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2) dazu gezählt. Stickstoffoxide entstehen vor allem bei der Verbrennung von Diesel und Benzin im Straßenverkehr. Zweite Hauptquelle des Schadstoffs sind Verbrennungsvorgänge in der Industrie und in Kraftwerken zur Energieerzeugung.

Stickstoffoxide gehören zu den Massenschadstoffen in der Luft: Mehr als eine Million Tonnen werden pro Jahr davon in Deutschland freigesetzt. Stickstoffoxide, die durch den Straßenverkehr in die Luft gelangen, können den Menschen krankmachen. Wie andere Luftschadstoffe auch wirken sie sich schädlich auf die Atemwege aus. Stickstoffdioxid ist eine Vorläufersubstanz für Ozon und Feinstaub.

In hohen Konzentrationen greifen Stickstoffdioxide die Schleimhäute an und verursachen Atemwegserkrankungen. Zusammen mit Kohlenwasserstoffen sind Stickstoffoxide für die sommerliche Ozonbildung verantwortlich. Außerdem tragen sie dazu bei, dass Böden, Seen und Flüsse versauern. Moderne Benzinmotoren produzieren dank Katalysator kaum noch Stickoxide, neue Dieselfahrzeuge haben in der Hinsicht dagegen noch Nachholbedarf.